Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Kyra Börnemeier & Dr. Katja Drews (Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel), Prof. Dr. Marc Partetzke und Dr. Anja Schade (Stiftung Universität Hildesheim)
Mapping KuBiDemo - Netzwerke verbinden
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Vorläuferprojekt KuBiDemo - Kulturelle Bildung als Praxis der Demokratiebildung
Wie kann eine kulturelle Bildung aussehen, die – ohne ihren ästhetischen Anspruch aufzugeben – eine politisch bildende Wirkung entfaltet? Und wie kann die Praxis kultureller Bildung selbst politischer werden? Bei diesen Fragen setzte das Projekt „KuBiDemo. Kulturelle Bildung als Praxis der Demokratiebildung“ an: Bis Ende des Jahres 2025 wurde an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel gemeinsam mit profilierten Expert:innen aus der Wissenschaft, mit Künstler:innen und Personen aus der kulturellen und politischen Bildung interdisziplinär erforscht, wie künstlerische Ausdrucksformen genutzt werden können, um gesellschaftliche Teilhabe, die Fähigkeit zur Reflexion und selbstbestimmtes Urteilen und Handeln zu stärken.
Das Projekt, welches vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, zielte darauf ab, das politisch-bildnerische Potential kultureller Bildung in den Sparten Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Literatur und Architektur am Beispiel der Gedenkstättenarbeit zu entwickeln.
Vier Sparten, vier Expert:innen-Labore
Dazu hat die Bundesakademie im Jahr 2024 zu vier Laboren eingeladen, um gemeinsam mit den Expert:innen zu reflektieren, was ihre jeweilige künstlerische, vermittelnde oder wissenschaftliche Arbeit politisch macht. Anhand von Kurzvorträgen, Interviews und der künstlerischen Kreation von Objekten und Performances entstand eine immer dichter werdende Beschreibung ihrer künstlerischen, kulturellen oder bildnerischen Praxis. Dahinter stand ein methodisches Verfahren, welches die Ebenen der diskursiven Beschreibung, der narrativen Erzählung und der kreativen Gestaltung unterschied und in sich wiederholenden Schleifen abwechselte.
So konnte die Bedeutung von Themen wie etwa Machtstrukturen, die Ausübung von Kritik, der Umgang mit Konflikten oder auch das Schaffen von Vertrauen mittels verschiedener ästhetischer Praktiken in den vier Sparten herausgearbeitet werden.
Muster herausarbeiten – praxisnah bleiben
Als Ergebnis des Projekts war eine wissenschaftlich erarbeitete Sammlung von Vermittlungsmodellen in den vier Sparten geplant. Die Modelle standen dabei exemplarisch für ein breites Repertoire an Methoden. Die Sammlung führte Themen und Voraussetzungen zur Umsetzung künstlerischer Demokratiebildung aus und ordnete sie im Diskurs der kulturellen Bildung ein.
Inspirieren, herausfordern und anregen – das ist das Motto: Nicht starre Methoden oder Best-Practice-Beispiele wurden entwickelt, sondern vielmehr erprobte Muster, die Kulturvermittler:innen als Anregung für eigene ästhetisch-vermittelnde Formate zur Verfügung standen.
Diese Sammlung bildete den zentralen Baustein des Projekts und steht nun als kostenfrei zugänglicher Katalog „Haltung als Prinzip. Durch kulturelle Bildung Demokratie stärken“ zur Verfügung, der die entwickelten Methoden und Vermittlungsmodelle dokumentiert und zur praktischen Anwendung einlädt.
Auch entwickelte die Bundesakademie auf Basis der vier Expert:innen-Labore den Pilotkurs „Haltung als Prinzip: Durch kulturelle Bildung Demokratie stärken“, der im September 2025 mit Teilnehmenden aus den vier Kunst- und Kultursparten in einem ersten Durchlauf erprobt wurde. Der Pilotkurs diente dabei nicht nur der Vermittlung bewährter Verfahren aus den Laboren, sondern auch der kritischen Reflexion des Katalogs: Welche Methoden funktionieren besonders gut? Wo gibt es Anpassungsbedarf? Wie können Akteur:innen und Multiplikator:innen in der kulturellen Bildung die Methoden und Verfahren als Werkzeuge in ihre eigene Arbeit einbinden?
Folgeprojekt „Mapping KuBiDemo“
Mapping KuBiDemo ist ein Folgeprojekt des von 2023 bis 2025 durchgeführten Projekts KuBiDemo und setzt an dessen Ergebnissen zur kulturellen Demokratiebildung an. Es wird von 2026 bis 2028 durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Das Projekt erweitert die Erkenntnisse durch zwei Expert:innenlabore in den Sparten Musik und Tanz. Aufbauend auf den im Vorgängerprojekt entwickelten Verfahren werden weitere spartenspezifische Muster kultureller Demokratiebildung identifiziert, ausgewertet und in die bestehende Publikation sowie das Qualifizierungsseminar integriert.
Darüber hinaus richtet Mapping KuBiDemo den Fokus auf die strukturelle Ebene kultureller Demokratiebildung in Deutschland, also auf die Akteur:innen und Netzwerke kultureller Demokratiebildung. Ziel des Projekts ist es, im Rahmen einer Bestandserhebung, zentrale Akteur:innen und Netzwerke systematisch zu erfassen, sichtbar zu machen und miteinander zu verbinden. Erfasst werden relevante Institutionen, Initiativen, Programme und Einzelakteur:innen sowie deren inhaltliche Schwerpunkte, Zielgruppen, methodische Ansätze, Kooperationsstrukturen und regionale Verortungen. Die Ergebnisse werden in einer kostenfrei zugänglichen Online-Kartierung veröffentlicht.
Ein weiteres Ziel des Projekts ist die Stärkung der Fach-Community kultureller Demokratiebildung: Auf Grundlage der Bestandserhebung identifiziert das Projektteam bei der Bundesakademie regionale Netzwerkknoten und bietet den dort ansässigen Organisationen, Initiativen, Institutionen und Akteur:innen im Schnittfeld der kulturellen Bildung und Demokratiebildung Workshops, Fachtagungen und ästhetisch-künstlerische Austauschformate an. In den 6 zwischen 2027 und 2028 an verschiedenen Standorten in Deutschland stattfindenden Netzwerktreffen soll schließlich aufgezeigt werden, wie nachhaltige Netzwerkstrukturen kultureller Demokratiebildung sichtbar gemacht und gestärkt werden können. Das Angebot richtet sich an die teilnehmenden Organisationen, steht dem Fachpublikum jedoch zur Teilnahme offen.
Insgesamt wird in dem Feld ein stetiges Wachstum sichtbar, ohne dass bislang eine solche übergreifende Übersicht über bestehende Strukturen in den Einrichtungen verschiedener Regionen vorliegt, die sich mit der kulturellen Demokratiebildung befassen. Auf diese Leerstelle möchte Mapping KuBiDemo hinweisen und zugleich Grundlagen für eine bessere Zugänglichkeit zu anderen Akter:innen im Feld, Orientierung bei der Suche nach Kooperationen, Workshops oder Inputs und Weiterentwicklung der kulturellen Demokratiebildung schaffen.
Labor Bildende Kunst: Lisa Haucke, Dr. Susanne Bosch, Julia Hagenberg und Dr. Sabine Fett
Labor Architektur/ Gedenkstättenarbeit: Dr. Urte Evert, Dr. Kawthar El-Qasem, Prof. Dr. Ing. Birgit Franz, Martina Staats
Labor Literatur: Prof. Dr. Irina Gradinari, Jonas Metzer, Christa Morgenrath, Kathrin Lange
Labor Darstellende Kunst: Marianne Cornil, Leyla Ercan, Elisa Moser, René*e Reith
Das an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel stattfindende Projekt „KuBiDemo“ wird zu 100% durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
KuBiDemo 2023 - 2025
Mapping KuBiDemo 2026 - 2028
Praxisakteur:innen und Multiplikator:innen der kulturellen Bildung
Instagram: @bundesakademie
LinkedIn: Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel
Dr. Katja Drews
Projektreferentin
Tel: 05331 89617-33
Mobil: 0176 - 60378809
e-Mail: katja.drews@bundesakademie.de
Kyra Börnemeier
Projektreferentin
Tel: 05331 89617-34
Mobil:0155 66463778
e-Mail: kyra.boernemeier@bundesakademie.de
Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel
Postfach 1140
38281 Wolfenbüttel